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Querder

Allgemeines

Landläufig werden die Neunaugen gerne als Fische bezeichnet, obwohl sie biologisch gesehen zur Klasse der Rundmäuler zählen. Ihre stammesgeschichtliche Entwicklung begann bereits vor ca. 400 bis 500 Millionen Jahren. Da sie schon sehr früh vom Stammbaum der „echten Fische“ abzweigten, sind die Neunaugen nicht näher mit den Knorpel- und Knochenfischen verwandt. Laut Fachliteratur existieren in Europa sieben Arten, vier davon kommen in Deutschland vor: die Bachneunaugen, Donaubachneunaugen, Flussneunaugen und Meerneunaugen. Donaubachneunaugen sind lediglich eine Variante der Bachneunaugen und kommen nur im Donaugebiet vor. Auch die Bachneunaugen sind vermutlich nur eine Variante, nämlich die der Flussneunaugen, welche im Meer in Küstennähe leben und nur zur Laichzeit bzw. Fortpflanzungszeit in die Flüsse aufsteigen. Unsere Bachneunaugen hingegen brauchen saubere klare Bäche oder Flussläufe der Forellenregion, sie leben also ortsgebunden und sind häufig mit Mühlkoppen und Bachforellen vergesellschaftet. Sie reagieren noch wesentlicher empfindlicher auf Gewässerversauerung als die Mühlkoppe. Die Wissenschaftler  vermuten, dass ihre endgültige Trennung und ihre Entwicklung zu einer gesonderten Art noch gar nicht abgeschlossen ist. Anatomisch gleichen sich beide Arten, das Bachneunauge erreicht jedoch nur knapp 15 Zentimeter, Flussneunaugen über 30 Zentimeter Körperlänge. In Mittelfranken findet man Bachneunaugen noch regelmäßig in der oberen Pegnitz und den Nebenbächen als auch im Albach bei Förrenbach. Bachneunaugen sind inzwischen überall in Deutschland gefährdet und deshalb ganzjährig geschützt. Ihren Namen erhielten sie aufgrund der sieben Kiemenöffnungen auf der rechten und linken Körperseite. Dazu wird noch je ein Auge und die einzelne Nasenöffnung, ergibt von jeder Seite gesehen neun Merkmale, gezählt.

Biologie   

Beschrieben werden Bachneunaugen mit einem dünnen wurmähnlichen Körper und zwei miteinander verbundenen Rückenflossen. Die Oberseite ist dunkelblau bis dunkelgrün gefärbt, die Flanken sind gelblichweiß und die Bauchseite ist weiß. Das Maul trägt nur wenige stumpfe Zähne. In den Monaten März bis Juni erfolgt das Ablaichen, indem die rund 1500 Eier, sie sind etwas größer als die des Flussneunauges,  im seichten Wasser mit Sand oder Kiesgrund in Laichgruben abgelegt werden. Die Elterntiere sterben nach dem Ablaichen. Nach 3 bis 4 Tagen regt sich neues Leben, die blinden, zahnlosen Querder, das sind die Larven der Bachneunaugen schlüpfen! Jetzt leben sie im Untergrund und ernähren sich von Kieselalgen und Detritus. Nach einer Larvalzeit zwischen 3 und 6 Jahren steigen die jetzt etwa 10 bis 15 cm Körperlänge messenden Querder im Spätsommer ans Tageslicht. Nun beginnt die Zeit der Metarmophose, die Umwandlung zum fertigen Tier, bei der sich Geschlechtsorgane, Zähne und Augen herausbilden und der Darm schrumpft. Diese Phase beginnt meist gegen Ende Juni und dauert bis zum darauffolgenden Frühjahr. Übrigens: Erwachsene Bachneunaugen nehmen bis zu ihrem Ende nach der Laichzeit keine Nahrung mehr zu sich. Da Querder im Gegensatz zu den laichreifen Bachneunaugen kaum in freier Natur zu beobachten sind, stellt das gezeigte Foto aus wissenschaftlicher Sicht wahrscheinlich ein Novum dar!

Gunnar Förg