Home | Kontakt

Projekt Maifliege 

Home
Nach oben
Aale
Bachforelle
Erdkröte
Fledermaus
Krebse
Lasst Sie Leben
Mühlkoppe
Maifliege
Makros
Querder
Scherbsgraben
Schwarze Wasser
Seepferdchen

Über die Maifliege

Das erste mal begegnete ich der Maifliege, genauer gesagt ihrer Larve vor zwei Jahren unter Wasser. Der Fluss hatte entlang am Gleithang eine nach oben zeigende, keilförmige Sandbank gebildet.  Aus der Literatur wusste ich, dass Maifliegenlarven im Gewässerboden an schlammigen oder feinsandigen, etwas ruhigeren Stellen zu finden sind. Also gründelte ich mit der Hand ganz vorsichtig und wurde schließlich fündig. Mehr aus Zufall blickte ich nach hinten. Gleich mehrere gute Äschen waren mir gefolgt und kamen ohne Scheu heran. Ich konnte einfach nicht anders, als eine Maifliegenlarve ins Freiwasser schwimmen zu lassen. Augenblicklich verschwand sie in einem Äschenmaul. Das wiederholte ich noch einige male, mit dem Erfolg, dass die Äschen nun ganz nah vor meiner Tauchmaske schwammen...

Die Maifliege wird bei uns in zwei Arten angetroffen. Als Ephemera vulgata und als Ephemera danica. Es genügt jedoch, sich „Danica“ zu merken, da eine sichere Unterscheidung der Larven selbst für Experten schwierig ist. Ephemera gehört zu den grabenden Eintagsfliegenlarven. D.h., sie gräbt mit den sichelförmigen Mandibeln und den kräftigen Grabbeinen Gänge  in den Boden des Gewässers. Hier ernährt sie sich offenbar von Detritusteilchen, welche sie mit Schlammpartikeln aufnimmt. Unverdauliches wird wieder ausgeschieden. Die Maifliegenlarve zählt zu den Bioindikatoren der Gewässergüteklasse eins bis zwei. Nach dem Saprobienindex wird sie bei Güte 1,7 eingeordnet. Das adulte Tier, also die Imago ist eine große Eintagsfliege mit 16 bis 24 mm Körperlänge und 30 bis 45 mm Flügelspannweite. Die Flügel tragen ein auffallend dichtes Adernnetz mit einigen dunklen Flecken. Die Hinterflügel werden deutlich, etwas über die Hälfte, von den Vorderflügeln überragt. Kopf und Thorax  weisen gegenüber dem Abdomen eine dunklere Färbung auf. Das Hinterende  mündet beim Männchen in drei sehr lange Schwanzfäden von  30 bis 40 mm, beim Weibchen  fallen diese  wesentlich kürzer aus. Die Larve mit ihrem zylindrischen Körper ist je nach Lebensraum mehr oder weniger stark gezeichnet.  Die Beine sind kurz und kräftig (Grabbeine). Die sichelförmigen Mandibeln haben nach außen gebogene Spitzen. Mit einer Körperlänge zwischen 15 und 23 mm sind Ephemeralarven recht groß. Sie atmen mit 7 Paar Tracheenkiemen, die aus zwei ästigen federförmigen gefransten Lamellen bestehen, welche auf dem Rücken des Hinterleibes liegen. Charakteristisch sind drei kurze, bewimperte Schwanzfäden am Hinterende des Abdomens, ähnlich wie bei den Kleinlibellenlarven . Wie schon erwähnt, benötigen Maifliegenlarven einen sauberen, gut oxidierten Gewässerboden während ihrer rund zweijährigen Entwicklungsphase. Kurz vor dem Schlüpfen färben sich die gut erkennbaren Flügelanlagen der Larven schwarz, bevor sie getragen durch eine Luftschicht unter der Haut zur Wasseroberfläche emporsteigen, um sich dann zur Subimago, d. h. zum halbfertigen Insekt zu häuten. In diesem Stadium ist Ephemera weniger flugtüchtig als das fertige Insekt, die Imago. Zur Paarung tanzen die Männchen in den Monaten Mai bis Juli (Maifliege) in der Abenddämmerung in einem sich ständig wiederholenden Auf und Ab über dem Gewässer. Kommt ein Weibchen hinzu, wird es sofort von einem Männchen zur Paarung entführt. Danach fliegt sie niedrig über dem Wasser um zur Eiablage mehrmals den Hinterleib einzutauchen. So werden die hervorquellenden Eier im Wasserfilm abgestreift. Die Lebensdauer der Imagines beträgt in etwa 2 bis 4 Tage bevor sie als Spent (verbraucht) tot auf dem Wasser treiben und so zum Festmahl von Äschen und Forellen werden.

Lebenszyklus der Eintagsfliege in Kurzform:

 Eiablage - Eiballen sinken zum Gewässergrund - schlüpfen der Nymphe (Larve) - Larvalstadium, Dauer je nach Art - Aufstieg zur Wasseroberfläche - Häutung zur Subimago - erklettern einer Uferpflanze  und Häutung zur  Imago - Paarung - Eiablage - absterben der Individuen.

Gunnar Förg