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Projekt Mühlkoppe 

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Lebensraum Pegnitz

 Die Mühlkoppe

Einst war die Mühlkoppe als Laichräuber derart verschrieen, dass man sie mittels Elektroabfischung radikal in den Gewässern ausdünnte. Ein extremer Eingriff, der das biologische Gleichgewicht im betroffenen Wasser erheblich durcheinander brachte. Heute ist dieser interessante Fisch der Gruppe  „ gefährdeter Arten“ zuzurechnen.

Umso erfreulicher ist es deshalb, dass  in der Pegnitz nahezu von der Quelle bis zur Mündung ein sich selbst erhaltender Mühlkoppenbestand lebt, was heißt, die kleinen Fische pflanzen sich eigenständig fort, auch wenn die Populationsdichte nach Nürnberg und Fürth zu deutlich abnimmt. Mühlkoppen stellen in Bezug auf ihren Lebensraum hohe Ansprüche an die Wasserqualität. Ihre Körperzeichnung variiert je nach Gewässergrund von dunkel intensiv bis braungelblich verwaschen. Trotz ihres wohlschmeckenden Fleisches erlangen sie bei durchschnittlich 10 cm Körperlänge keinen Marktwert. Gut veranlagte Individuen mit idealen Lebensvoraussetzungen erreichen 15 bis 20 cm Körperlänge. Mühlkoppen haben keine  Schwimmblase, was die ruckartigen Bewegungen am Boden erklärt. Ihre Bauchflossen befinden sich ganz weit vorne, fast unterhalb des Kopfes und dienen zusammen mit dem Schwanz als Dreifuß. Die Weibchen stoßen Eiklumpen aus und sorgen für die Sicherheit ihrer Eier, indem sie diese in leeren Muschelschalen, in Felsspalten, unter Steinen etc. ablegen. Das Männchen bewacht den Laich, ebenso kommt ihm die Aufgabe der Belüftung zu, was im allgemeinen durch Fächern des umgebenden Wassers mit den Brustflossen erreicht wird. Unterbleibt dies, besteht für die Eier die Gefahr des Verpilzens, sie sterben ab. Sind die etwa 6 mm langen Mühlkoppen geschlüpft verstecken sie sich die ersten Tage ruhig liegend zwischen Steinen. Als Nahrung zehren sie in dieser Zeit ihren Dottersack, er ist als Ausstülpung am Bauch zu erkennen, auf. Nun beginnen sie selbständig zu fressen und erreichen als schnellwüchsige Jungfische gegen Ende des 2. Lebensjahres ihre Geschlechtsreife. 

Je nach Gegend wurden der Mühlkoppe verschiedene Namen zugeordnet, etwa Breitschädel, Dolm, Kaulkopf  oder Groppe.  Bei den Veldenern heißt sie Kulux! Sie ist mit der Bachforelle vergesellschaftet, Bachforelle und Mühlkoppe gehören zusammen, brauchen beide klares, sauberes Wasser. Und, Mühlkoppen sind eine bevorzugte Nahrung  großer Forellen!

 Gunnar Förg