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Projekt Scherbsgraben 

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Der Scherbsgraben

Kloake mit biologischem Hintergrund

Quellklar fließt der Scherbsgraben unterhalb der Maxbrücke im renaturierten Teil  seiner Mündung in die Rednitz entgegen. Ein typischer Wiesenbach, dessen Ufer in der Vegetationszeit von bunten Blumen und frisch angepflanzten Laubbäumen begleitet werden. Doch die Idylle täuscht, wie eine Anfang Juni durchgeführte makroskopisch biologische Gewässergütebestimmung von Gunnar Förg ergab - das Wasser befindet sich in einem miserablen Zustand. Von den vier Gewässergüteklassen, eins steht hier für unbelastet, vier ist eine regelrechte Dreckbrühe, erreicht der Scherbsgraben gerade einmal 2,73!

Im Klartext: Das Wasser des Scherbsgrabens ist kritisch belastet, ja stellenweise stark verschmutzt. Das zeigen auch jene Lebewesen bzw. Fischnährtiere mit ihrer Häufigkeit an, welche als Bioindikatoren, also als Wertmesser des jeweiligen Lebensraumes gelten. So finden sich im Scherbsgraben Wasserasseln als Anzeiger für die Güteklasse 3, Rote Zuckmückenlarven für 3,5 und Kriebelmückenlarven für die Gewässergüteklasse 2,5 in solch enormen Mengen, daß Förg anstatt zu zählen nur noch schätzen konnte. Dünner wird es bei den Rollegeln (3), den Langfühlerigen Schnauzenschnecken (2,5) und den Eiförmigen Schlammschnecken (2,5) mit je 30 Individuen. Die Larven der Klein- und Großlibellen, die Köcherfliegen, den Wasserskorpion , die Tellerschnecke sowie Kugelmuscheln oder das Vorkommen von der Schleie, einem Karpfenfisch und die Kanadische Wasserpest als Unterwasserpflanze wertet Förg eher als Zufallsfunde

Scherbsgraben, renat. Teil          Maxbrücke     21. Juni 2002    09.53 Uhr Uhr

 

BIO-INDIKATOREN

ANZAHL

IND.WERT

PRODUKT

Wasserasseln

      200

        3,0

      600

Rote Zuckmückenlarven

      200

        3,5

      700

Rollegel

        30

        3,0

        90

Langfühl. Schnauzenschnecken

        30

        2,5

        75

Eiförmige Schlammschnecken

        30

        2,5

        75

Kriebelmückenlarven

      200

        2,5

      500

Tellerschnecken

          1

        2,0

          2

Köcherfliegenlarven m. Köcher

          7

        1,5

        10,5

Wasserskorpion

          1

        2,0

          2

Schleie

          1

        2,5

          2,5

Kleinlibelle

          1

        2,0

          2

Großlibelle

          1

        1,5

          1,5

Kanad. Wasserpest

          2

        4,0

          8

Kugelmuscheln

_____2___

        3,0

_____6___

 

 

 

 

Summe:       706

 

    2074,5

 

 

Summe „Produkt“    :    Summe „Anzahl“  =  Ergebnis   +/- Korrekturwert  =  Gewässergüte

               2074,5                :              706           =     2,93       +/-        -0,2           =        2,73

 

Korrekturwert:  „Ergebnis“ verbessern:           bei 13 bis 15 Arten                    um 0,2 Punkte

                                                                           bei 16 und mehr Arten               um 0,3 Punkte

 

                    „Ergebnis“ verschlechtern:           bei  5 bis   3 Arten                     um 0,2 Punkte

                                                                           bei  2 bis   1 Arten                      um 0,3 Punkte

 

                                                                            bei 6-12 Arten: „Ergebnis“ = „Gewässergüte“

Trotzdem, obwohl das Ökosystem „Scherbsgraben“ unter sehr ungünstigen Vorzeichen steht, wurde es Dank der vor einigen Jahren vorgenommenen Renaturierung des Bachbett’s  zu einem Rückzugsgebiet geschützter und auch gefährdeter Tierarten. Hauptsächlich Libellen, etwa verschiedene Jungfernarten, die Gebänderte Prachtlibelle, die Königslibelle oder der dort häufig vorkommenden Plattbauch entdeckten am Scherbsgraben einen Lebensraum.

Und, daß noch jede Menge Wasserfrösche hier vorkommen, wird die Fürther und Vacher Störche ganz besonders freuen.

 

Gunnar Förg