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Projekt Fledermäuse 

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Lebensraum Pegnitz

Fledermäuse

Es war in einer Augustnacht, als ich mich in der pechschwarzen Pegnitz nach Edelkrebsen umschaute. Nachts deshalb, weil Krebse zu dieser Zeit ihre Verstecke verlassen um auf Nahrungssuche zu gehen. Am Tag müsste ich, um welche zu finden große Steine, Aststücke usw. umdrehen, was aber erhebliche Störungen im Lebensraum verursachen würde und deshalb aus Naturschutzgründen nicht tolerierbar ist. Edelkrebse habe ich damals leider nicht gefunden. Ihr Bestand scheint um Velden und Umgebung erloschen zu sein. Aufgrund der guten Wasserqualität dort, sollte man über einen Neubesatz zumindest einmal nachdenken. Als ich gegen Nulluhrdreißig auftauchte, huschte dicht über der Wasseroberfläche ein Schatten durch den Lichtkegel meiner Unterwasserlampe. Fledermäuse waren auf der Jagd nach aufsteigenden Wasserinsekten. Ähnlich wie die Schwalben am Tag beim Trinken, tauchten sie ihr Maul manchmal sogar in den Wasserfilm ein um Nahrung aufzunehmen.

Fledermäuse sind Bewohner von Bäumen, Felshöhlen oder sogar Gebäuden. Hier verschlafen sie den Tag. Seit 50 Millionen Jahren hat sich ihr Körperbau und ihre Lebensgewohnheit nicht mehr verändert. Umso mehr jedoch die Umwelt in der sie jetzt leben müssen. So negativ, dass einige Fledermausarten in Franken vom Aussterben bedroht sind! Fledermäuse sind bei uns durchweg dämmerungs- oder nachtaktiv, haben in der Tierwelt kaum Feinde und konkurrieren auch nicht mit anderen Fluggeschöpfen. Als Insektenfresser leisten sie eine wichtige Aufgabe im Naturhaushalt. Durch ihren enormen Nahrungsumsatz ist es einer Fledermaus möglich, pro Nacht bis zu 30 Maikäfer zu vertilgen! Die Bezeichnung „Fledermaus“ ist vom wissenschaftlichen Standpunkt aus falsch. Richtig heißt es „Fledertiere“, da es in dieser Gruppe nicht nur „Mäuse“ sondern auch „Hunde“ gibt. Flughunde leben durchweg in den Tropen. Die dort aufgenommene Nahrungspalette  der Fledertiere unterliegt großer Vielfältigkeit. Da gibt es reine Obstfresser. Vampire, die das Blut von Mensch und Tier trinken und damit gefürchtete Krankheiten verbreiten können. Spezialisten unter ihnen verzehren sogar giftige Skorpione! Die Fledermäuse im Pegnitztal sind  für den Menschen völlig ungefährlich. Ganz im Gegenteil, sie brauchen unseren besonderen Schutz!

Gunnar Förg