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Projekt Bachforelle 

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Über die Bachforelle

Die Bachforelle zählt zu den Farbtupfern unserer Gewässer. Mit ihrem braungrünen Rücken, den messingfarbenen Flanken und der meist goldgelben Unterseite, dazu die roten und schwarzen Tupfen, ist die Bachforelle kaum mit anderen Salmoniden (Lachsartigen) zu verwechseln. Örtlich nach Farbvarianten unterschieden wird sie auch als Fluss-, Wald-, Berg-, Stein- oder Schwarzforelle bezeichnet. Als man vor etlichen Jahren damit begann, Fließgewässer zu begradigen, brachen für die Rotgetupfte, das ist ihr Name bei den Angelfischern, schwere Zeiten an. Bedingt durch eine jetzt negative Veränderung ihres Lebensraumes wurden die Laichgründe der Bachforelle weithin zerstört. Der Fisch ist inzwischen in der Roten Liste bedrohter Tierarten zu finden. Würden die Bachforellenbestände durch die Fischereivereine nicht laufend durch gezielten Nachbesatz gestützt, gäbe es diesen herrlichen Fisch bei uns nicht mehr! Als Salmonid gehört die Rotgetupfte zur Art der europäischen Forelle (Salmo trutta), neben der man in Deutschland noch zwei weitere Formen unterscheidet: Die Meerforelle (Salmo trutta trutta) als Stammform. Sie wandern zum Ablaichen flussaufwärts. Die Seeforelle (Salmo trutta forma lacustris), welche z. B., in den Voralpenseen vorkommt. Die Bachforelle (Salmo trutta forma fario) lebt dagegen hauptsächlich in kühlen Bächen. Das Aussehen von Forma fario ist ökosystembedingt. Setzt man nämlich eine von ihnen ins Meer, hat sie nach einiger Zeit die Form und das Aussehen der Meerforelle. Umgekehrt werden aus jungen Meerforellen, die man an der Wanderung ins Meer hindert, dem Aussehen nach Bachforellen!

Bachforellen und alle anderen heimischen Fischarten, welche sich noch ohne Zutun des Menschen fortpflanzen nennt man in der Fachsprache Wildlinge. Da die massiven Einleitungen von Ammonium und Ammoniak aus den Haushalten und der Landwirtschaft über den Eiweißabbau in Deutschlands Flüssen für einen zeitweise übermäßig hohen Nitritgehalt verantwortlich zeichnen, sind Bachforellenwildlinge vielerorts lediglich ein Wunschdenken. Auf den Eiweißabbau von Ammonium bzw. Ammoniak zu Nitrit und dann zu Nitrat durch bestimmte Mikroorganismen soll hier aber nicht näher eingegangen werden. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass bereits 0,2 Milligramm Nitrit pro Liter Wasser für die Forelleneier als Dauerwert tödlich sind. In manchen Gegenden werden hauptsächlich nach starken Regenfällen in den Bächen und Flüssen, wenn mit Gülle frisch gedüngte Felder oder Äcker direkt an die Gewässerufer  angrenzen für die Wasserbewohner sehr schädliche Nitritwerte gemessen! Solche Nitritwerte sind übrigens auch dafür verantwortlich, dass die Flussmuschelbestände überaltern und aussterben. Auch sie können sich wegen der schleichenden Vergiftung durch das Nitrit nicht mehr fortpflanzen. Bachforellenwildlinge fallen durch eine ausnehmend intensive Färbung und tadellosen Wuchs auf. Satzforellen aus Fischzuchten können da in keiner Weise mithalten. Weder von der Colorierung noch vom Körperbau her. So ist es besonders erfreulich dass in der Oberen Pegnitz etwa ab der Höhe von Lungsdorf flussaufwärts noch herrlich gezeichnete Bachforellenwildlinge leben! Man sollte sich im Sommer unbedingt einmal die Zeit nehmen um den Fliegenfischern über die Schulter zu schauen. Gerade in der Abendsonne glänzen die Bachforellen der Pegnitz, wenn sie sich nach den Fang auf die Seite legen mit einer geradezu überschäumenden Brillanz, kommen die oft mit einem weißen Ring begrenzten roten Tupfen besonders schön zur Geltung. Verständlich, dass deshalb viele Angelfischer diesen herrlichen Schuppenträgern wieder die Freiheit schenken, anstatt sie in den Kochtopf wandern zu lassen.

 

Gunnar Förg